Wasserkühlung

AUTOR : Anders
VERÖFFENTLICHT : 2019-01-18 11:35

Cooler Master Masterliquid Maker 240 – Wasserkühlung Loop


Die Wasserkühlung von Cooler Master wird selbst zusammengeschraubt. Wir haben natürlich keine Mühen gescheut und das für euch übernommen, um das Ding auch direkt einem Performance Test zu unterziehen. Das Ergebnis findet ihr unten.

Ihr habt es sicher schon geahnt – heute präsentieren wie euch eine offene Wasserkühlung, auch bekannt als Custom Wasserkühlung. Genau genommen Cooler Masters neues offenes Loop Kit, Masterliquid Maker 240!

Cooler Master Masterliquid Maker 240

Hard Facts

High Performance Pumpe
Premium Kühlmittel in Farbe
RGB Lichter


Die Frage die sich hierbei stellt: Kann man das überhaupt zu einem Preis erreichen, bei dem man nicht das Gefühl hat eine Niere auf dem Schwarzmarkt verkaufen zu müssen? Und wie anfängerfreundlich ist das eigentlich, falls man sich überlegt diesen Schritt zu gehen?

Heute schauen wir uns das neue offene Loop Kit, Masterliquid Maker 240 von Cooler Master genauer an. Wie der Name schon verrät, enthält das Set einen 240mm Radiator inklusive einem CPU Kühlkopf und eine Kombination aus Pumpe und Reservoir. Mit anderen Worten, es ist alles enthalten, was man braucht um eine schwere CPU mit Hilfe von Wasser zu kühlen. Wir haben unsere neueste Errungenschaft herausgekramt und werden versuchen einen geköpften 8700K Prozessor auch übertaktet gekühlt zu halten.

Hier ein großes Dankeschön an Delid.dk, die uns dabei geholfen haben den Prozessor zu köpfen. Ihr könnt euch schon mal auf ein Video freuen, in dem wir genauer zeigen wie das funktioniert.


Technische Details des MasterLiquid Maker 240 direkt von der Verpackung:


Radiator und Head

  • Material: Copper core (mit Aluminium Rahmen)
  • Dimensions: 280 x 124 x 29.2 mm (11 x 4.9 x 1.15")
  • Cold plate material: Copper


Pumpe-Reservoir-Kombination

  • Dimensions: 76 x 76 x 200 mm (3 x 3 x 7.9")
  • Connector: 4-Pin (PWM)
  • Rated Voltage: 12 V
  • Rated Current: 65A


Ventilator

  • Dimensions: 120 x 120 x 25mm (4.7 x 4.7 x 1")
  • Fan Speed: 650 ~ 2000 RPM ± 10%
  • Fan Airflow: 7 CFM
  • Fan Air Pressure: 34 mmH2O
  • Noise Level: 6 ~ 30 dBA
  • MTTF: 490,000 hours
  • L-10 Life: 70,000 hours
  • Rated Current: 18 A
  • Connector: 4-Pin


Schläuche und Fittings

  • Length: 2 Meter
  • Inner Diameter: 3/8"
  • Outer Diameter: 5/8"
  • Thread: G1/4

Unboxing und Präsentation de Cooler Master Masterliquid Maker 240

Die Verpackung der Wasserkühlung, auch WaKü genannt, ist simpel gehalten – eine Illustration des eigentlichen Produktes, sowie eine Aufzählung der Einzelheiten des Inhaltes. Wirft man einen Blick auf das Innenleben, trifft man auf etwas, dass ich am ehesten als die Box eines Smartphones bezeichnen würde – eine minimalistische weiße Box, die man mithilfe einer kleinen Schnur öffnet.

Die Einzelteile sind schön in Schaum verpackt und in bester Ikea-Manier organisiert. Dadurch kommt  man in den Genuss sie mit allen Sinnen zu genießen, während man alles auspackt und seinen eigenen Loop plant.

Im Set findet man (fast) alles was man braucht, um einen Loop zu bauen. Einen universalen CPU-Block, der zu allen neuen (und auch vielen älteren) Sockeln passt, ausgenommen der Treadripper von AMD, da dieser eine etwas andere Passform voraussetzt.

Der CPU Block ist aus reinem Kupfer hergestellt und eignet sich so optimal zur Wärmeleitung. Deshalb wird kein durchsichtiges Actel oder Plexi verwendet (und somit auch kein RGB Licht). Ob man das dann als schön empfindet ist rein subjektiv. Ich persönlich finde es nicht schlecht und RGB Lichter können später immer noch mit LED Streifen oder den Casefans angebracht werden.

Cooler Master verwendet in diesem Set das beliebte G¼ Threading für die Halterungen, d.h. du kannst auf lange Sicht alles was auf dem Markt angeboten wird ohne Probleme einbauen. Sie haben 3/8, 5/8” für Fittings und Tubing ausgewählt, was für mich etwas ungewöhnlich ist, da die etwas dünnere 3/8, 1/2” Variante sonst mehr verwendet wird.

Falls ich später Lust bekomme meine wassergekühlte 1080 Grafikkarte und einen weiteren Radiator mit dem Loop zu verbinden, muss ich entweder alle Fittings und Tubing des Sets auf die Seite legen und meine eigenen verwenden von EKWB oder weitere Fittings dazukaufen, die mit dem Cooler Maker 240 zusammen passen.

Der Radiator ist ein 120mmx2 Modell, das genügend Platz zum Übertakten bereitstellen sollte, ohne dass die CPU warm wird. Man kann davon ausgehen, dass ein 120mm Radiator vollkommen ausreichend für eine Komponente ist.

Um auf den neusten Stand zu sein, haben die beiden Masterfan Pro Lüfter natürlich eine RGB Funktion, solang die Hauptplatine über einen RGB Header verfügt. Ansonsten kann man über einen kleinen Schalter auf jedem Lüfter blau oder Rot auswählen, falls die Farbe nicht zufällig sein soll. Ein schönes Detail, man kann sich jedoch wundern warum grün weggelassen wurde.

Da unsere CPU-Kühler Testbank keine Halterung hat um den Radiator und die Wasserkühlung zu montieren, hat uns Cooler Master ein MasterCase H500P Mesh gesponsert.

Die Abdeckung wird abmontiert und der Radiator wird lose montiert, so dass er justiert werden kann, während man den Schlauch abmisst. Die Rückplatte des CPU-Kühlers wird auf der Rückseite der Bodenplatte fixiert. Danach wenden wir unseren Fokus auf die andere Seite des Gehäuses.

Wie bereits gesagt, haben wir unsere taufrisch geköpfte 8700K CPU für den Test geholt, um zu sehen wie viel man eigentlich aus dem Set rausholen kann. Eine kleinere CPU wäre keine Herausforderung, da die Kühlleistung weit größer ist, als beispielsweise die Wärme, die von unserem Ryzen 1500X produziert werden kann.

Mit der fixierten Rückplatte, können wir damit beginnen die Halterung für den Kühlkopf zu montieren – Der Prozess ist fast genauso wie bei den meisten AIO Wasserkühlern und vielen großen Luftkühlsystemen am Markt – Don’t fix what ain’t broken.

Das große Wasserreservoir (und die Pumpe) werden zuerst im Gehäuse montiert, weil hier der meiste Platz ist – Hier könnte man vielleicht einen weiteren Radiator montieren (und das wird später auch noch geschehen). Danach wird darauf der Wasserspeicher mit den mitgelieferten Winkeln und Schrauben befestigt.

Hier tritt das erste Problem mit dem Set auf, da die von Cooler Master mitgelieferten Schrauben etwas zu kurz sind um das Reservoir sinnvoll zu befestigen – glücklicherweise hatte ich noch etwas längere Schrauben zur Verfügung.

So kleine Probleme muss man erwarten, sobald es kein „off the shelf“ Produkt ist, aber glücklicherweise gibt es ja eine Fachgeschäfte, falls man mal kurz einen Winkel, einen längeren Schlauch oder mehr Kühlmittel braucht.

Sobald man alle Bauteile montiert hat, ist es Zeit den Schlauch abzumessen und zuzuschneiden. Hier passieren leicht Fehler. Cooler Master liefert leider nur 1,5 Meter Schlauch mit, seid also vorsichtig, um das Projekt nicht zu verzögern. Von EKWB bin ich beispielsweise gewohnt 3 Meter zur Verfügung zu haben – dann kann man sich auch mal einen Fehler erlauben.

Schon beim ersten Mal muss man richtig messen, was mit dem recht sperrigen Schlauch schwer sein kann, falls man nicht daran gewöhnt ist – Ich habe auch den Fehler gemacht beim ersten Teil zwischen dem Reservoir und dem Kühlblock einige Millimeter zu wenig abzuschneiden, aber glücklicherweise konnte das Stück noch ohne zu viel  zu verschwenden an anderer Stelle verwendet werden.

Die Daumenregel ist lieber etwas zu lang als zu kurz – du kannst nachträglich noch ein paar Zentimeter abschneiden, aber du kannst sie später nicht mehr an den Schlauch anfügen. Und keine Sorge, für diese Methode ist genug Schlauch da.

Nachdem alles montiert und mithilfe des Schlauches verbunden ist, bleibt nur noch eins übrig – die Kühlflüssigkeit einfüllen und noch testen, ob das Set irgendwo ausläuft.

Um Schäden an der Hardware zu vermeiden, wird das normalerweise mit einer Stromversorgung von außerhalb des Gehäuses getestet.  Leg an den Stellen, an denen du am ehesten Lecks vermutest am besten etwas Küchenrolle unter. Dann wird es leichter Schwachstellen zu finden.

Die hot pink Kühlflüssigkeit von Cooler Master stellte sich als nicht so konzentriert heraus wie erwartet. Nach einer 1:9 Mischung mit destilliertem Wasser, blieb nicht viel Farbe übrig. Außerdem hat das Ganze eine sehr flüssige Konsistenz. Zu dem Mischverhältnis habe ich mich selbst entschieden, da in der Anleitung keine Information dazu stand.

Nach einem Nachmittag mit laufenden Pumpen ohne Strom auf der Maschine, ohne Lecks und andere Unglücke, war das Projekt soweit schon mal erfolgreich. Jetzt muss nur noch aufgeräumt werden und die restliche Hardware aufgebaut werden, und dann sind wir bereit um einige Tests durchzuführen.

Benchmark und Temperaturtests

Normalerweise ist unser Kühltest so aufgebaut, dass wir zuerst das System zehn Minuten mit OCCT aufwärmen. Danach lassen wir es zwei Minuten weiterlaufen, in denen wir die Durchschnittstemperatur in HWiNFO64 messen. Danach ziehen wir die Raumtemperatur zu dem Zeitpunkt ab und landen so bei einer Deltatemperatur, um ein möglichst neutrales Bild zu liefern.

Normalerweise gibt es ein großes Diagramm, in dem die Ergebnisse mit anderen Kühlern verglichen werden. Aber – im Gegensatz zu unserem typischen Kühltest, haben wir uns entschieden nicht unsere 1500X zu verwenden. Sie kann einfach nicht genug Wärme durch einen Custom Loop ziehen, um ein realistisches Bild zu schaffen, das man mit unseren anderen Kühlsystemen vergleichen kann.

Mit der CPU zu einer 5GHz getaktet (wozu die meisten 8700K CPUs in der Lage sein sollten, egal ob sie geköpft wurden oder nicht), sollte genug Wärme entstehen um das System zu testen. Nach mehreren Durchgängen mit unserem OCCT Test, um ein Durchschnittsbild zu erzeugen, landen wir bei einer respektablen Temperatur von 51°C bei einer Raumtemperatur von 25°C – somit landen wir bei einer Deltatemperatur von circa 26°C. Das ist sehr beeindruckend, aber wurde auch etwas erwartet.

Man muss im Hinterkopf behalten, dass unsere CPU geköpft wurde, und somit leichter Wärme vom Chip zum Kühlkopf überführen kann. Bei einem Standard 8700 K muss man ungefähr 10-20°C draufrechnen, je nachdem wie viel Glück man beim Silicon hatte und wie sehr man gewillt ist seinen Chip zu fordern.

Lärm

Das Set wird im Gehäuse an die beiden 200mm Ventilatoren gekoppelt und die Hauptplatine bleibt bei den Standard Performanceeinstellungen für die Ventilatoren. Trotzdem hört man von der Maschine nichts, auch nicht bei starker Auslastung. Wenn der PC auf einen plötzlichen Temperaturanstieg reagieren muss, kommt es zu leisen Geräuschen – aber diese verschwinden wieder sobald die Temperatur über einen kurzen Zeitraum stabil ist.

Falls man dieses leichte auf und ab umgehen möchte, kann man entweder eine markantere Kurve installieren, die nur bei intensivem Gebrauch, wie beispielsweise beim Gaming aktiviert wird - oder man baut es unterm Schreibtisch auf. Man kann auch noch einen Schritt weiter gehen und eine bestimmte Geschwindigkeit für das Gebläse festlegen, in der die Temperatur stabil gehalten wird bei starker Belastung – dadurch hat man immer das gleiche Geräuschlevel.

RGB Setup

Im Jahr 2018 ist es fast unmöglich, einen Kühler ohne irgendeine Form von RGB-steuerbaren Licht zu entwickeln. Und auch hier enttäuscht Cooler Master nicht. Die zwei Ventilatoren sind wie bereits angesprochen, je mit einem kleinen Schalter ausgestattet, sodass man für diese entweder blau oder rot wählen kann (falls man keinen RGB Header besitzt) und ansonsten eine Software unterstützter RGB. Im Set ist ein 3in1 RGB Header Split Kabel enthalten, so dass man beide an einen RGB Header koppeln kann. Das ist insofern praktisch, da die meisten Hauptplatinen nur mit einem ausgestattet sind (oder keinem, falls man Skylake oder älter besitzt).

Da das Gehäuse auch ein 200m Gebläse mit RGB enthält, habe ich mich dazu entschlossen, alle Ventilatoren zusammen auf dem Cooler Master RGB Kontroller zu koppeln. Dieser ist im separaten 3x120 Masterfan RGB fan Kit enthalten und kann stattdessen über USB gesteuert werden. Das ist vor allem praktisch, falls man ein älteres Mainboard ohne RGB Header besitzt.

Wie man auf den Bildern sehen kann, ist es sehr leicht zu benutzen – Man muss nur beachten, dass alle Einheiten, die sich einen Anschluss am Kontroller teilen zusammen gesteuert werden.

Fazit

Zum Stand von 22. Dezember 2018 ist das Cooler Master Masterliquid Maker 240 System für 429 EUR erhältlich. Das ist ein ordentlicher Batzen Geld. Mit diesem Preis liegt Cooler Master eher am teureren Ende für ein Loop Set. Das Set wurde aber auch nicht für den normalen Verbrauchermarkt entwickelt, sondern mehr für Casemod Projekte. Und natürlich für CM Marketingzwecke.

Das ist eine ganze Menge Geld, die man da auf den Tisch legen muss, aber der Preis für eine costum Wasserkühlung ist im allgemeinen doppelt so hoch, wie für ein high end AIO oder einen Luftkühler – jedoch hat man im Laufe der Zeit fast unendlich viele Möglichkeiten das System auszubauen. Es ist beispielsweise mit einer AIO nicht möglich mehrere Grafikkarten zu verbauen, auch nicht mit verschiedenen Adapterlösungen und somit hast du immer noch zwei geschlossene Systeme. Ein anderes Problem mit AIOs ist auch, dass wenn die Pumpe ihren Geist aufgibt, man das ganze System wegschmeißen muss. Mit der open Loop Lösung kann man einfach Einzelteile austauschen und den Rest weiterbenutzen, ohne dass man alles abbauen muss.

Wenn wir kurz den Preis vernachlässigen und die Benutzerfreundlichkeit betrachten – ist es für einen Anfänger realistisch alles aufzubauen und das Set erfolgreich zu verwenden? Meiner Meinung nach ist das durchaus möglich, obwohl das Benutzerhandbuch teilweise etwas hilfreicher gestaltet sein könnte. Manchmal langt ein Bild nicht als Erklärung und manche Informationen fehlen, wie beispielsweise das Mischverhältnis für die Kühlflüssigkeit und dass destilliertes Wasser zusätzlich gekauft werden muss. Auch schadet es nicht jemand zur Hand zu haben, der etwas davon versteht oder zwischendurch mal ein YouTube Video anzuschauen, sodass man nicht komplett verloren ist, wenn das Benutzerhandbuch einen im Stich lässt.

Cooler Masters erster Versuch eines open Loop Kits ist alles andere als schlecht, aber an einigen Stellen gibt es noch Bedarf für Feinjustierungen, bevor ich es ein Meisterwerk nennen würde. Wir landen am Schluss auf einer Bewertung von acht und „Enthusiasts Only“, da das Set meiner Meinung nach etwas übertrieben ist für einen Computer, der nicht durch heftiges Overclocking über die Herstellungsgrenzen gebracht wird.


Gut

  • Glitzernde Kühlung
  • „Leicht“ zu installieren
  • Ausbaubar
  • Kann auf einem Mainboard ohne RGB Header verwendet werden, jedoch mit begrenztem Licht

Nicht so gut

  • Setzt voraus, dass man Hardware besitzt, die die Kapazität ausnutzen kann
  • Könnte für den Preis und den Verwendungszweck den RGB Controller beinhalten
  • Ausbaubar – jedoch sind die Fixierungen nicht sehr weit verbreitet, also kann es passieren, dass man einige austauschen muss
  • Der Preis macht es schwer mit der Konkurrenz mitzuhalten.


Das Ergebnis: Score 8 & Enthusiast Exclusive Award


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