Der erste Eindruck des SCUF Omega erinnert an frühere Controller von SCUF, wie beispielsweise den SCUF Envision. Der Controller ist markant, robust und extrem hochwertig verarbeitet. Er basiert auf dem bekannten PlayStation-Formfaktor mit symmetrischem Stick-Layout, das Gehäuse selbst ist jedoch etwas schlanker als beim normalen DualSense, was die Griffigkeit verbessert. Zusammen mit verschiedenen neuen rutschfesten Oberflächen liegt der Controller auch bei schwitzigen Händen während stundenlanger Sessions angenehm in der Hand.
Die Box enthält ein praktisches Etui zur Aufbewahrung und zum Transport des Controllers. Das ist sehr praktisch, aber ich hätte mir gewünscht, dass auch die mitgelieferten Ersatzteile darin Platz fänden.
Die SCUF Omega ist in verschiedenen Designs erhältlich, allerdings ist die Auswahl in Dänemark recht begrenzt. Wir hatten bisher die „Smoke“-Version im Angebot, die ein teilweise transparentes, graues Design aufweist. Weitere in Dänemark erhältliche Varianten sind Schwarz, Weiß, Hellgrau und Stahlgrau.
Weltweit sind 16 weitere Designs erhältlich, die vorwiegend auf Call of Duty-Esports-Teams zugeschnitten sind. Dies verdeutlicht die Zielgruppe, die SCUF Omega gezielt anspricht.
Das genialste Designmerkmal ist seine Modularität. Die gesamte obere Abdeckung ist magnetisch befestigt, und nach dem Abnehmen lassen sich fast alle Komponenten werkzeuglos austauschen. Analogsticks, Schieberegler, D-Pad, Aktionsknöpfe und Touchpad können ausgetauscht werden.
Obwohl 18 austauschbare Teile enthalten sind, gibt es leider nur drei Sets von Analogsticks (konkav, konvex und jeweils in einer langen Version). Alternative Aktionsknöpfe und D-Pads müssen separat erworben werden. Derzeit ist jedoch kein weiteres Zubehör für den SCUF Omega erhältlich. Zusätzlich zu den zusätzlichen Knöpfen und Sticks sind zwei Sets mit Abdeckungen enthalten, mit denen die R1- und R2-Knöpfe auf der Rückseite sowie die beiden Seitenknöpfe abgedeckt werden können. So lassen sie sich bei Nichtgebrauch einfach abdecken und versehentliches Drücken verhindern.
An der Unterseite des Controllers befindet sich ein RGB-Lichtstreifen, der auf der PS5 statisch bleibt und nur auf dem PC farblich angepasst werden kann.
Auf der Rückseite befinden sich vier Paddel, die so gestaltet sind, dass sie dort sitzen, wo Mittel- und Ringfinger natürlicherweise ruhen, sodass Sie Ihre Griffhaltung während des Spiels nicht ändern müssen.
Zusätzlich gibt es zwei weitere Tasten an den Seiten des Controllers. Unterhalb der Analogsticks befinden sich fünf weitere Tasten. Auf der PS5 sind drei davon fest mit der Lautstärkeregelung belegt, die beiden äußeren sind frei belegbar. Auf dem PC hingegen lassen sich alle fünf Tasten individuell anpassen. Die Tastenbelegung kann per Software konfiguriert werden, worauf ich später im Test genauer eingehen werde.
Die wohl umstrittenste Designentscheidung ist der Verzicht auf Vibrationsmotoren. SCUF hat komplett auf Rumble-Funktion, haptisches Feedback und adaptive Trigger verzichtet. Dadurch wird das Gewicht auf angenehme 254 Gramm reduziert, vor allem aber werden jegliche interne Vibrationen eliminiert, die die Feinmotorik beeinträchtigen könnten. Daher richtet sich die SCUF Omega vermutlich vor allem an FPS-Spieler.
Die Software des SCUF Omega wird vollständig über die SCUF-eigene mobile App für iOS und Android gesteuert, die Ihnen Zugriff auf eine Fülle detaillierter Konfigurationsmöglichkeiten bietet:
Das spannendste Feature der App ist jedoch die Möglichkeit, eine echte 0%-Totzone einzustellen. Das bedeutet, dass die Analogsticks selbst auf kleinste Bewegungen reagieren, was beim Zielen mit einem Scharfschützengewehr einen enormen Vorteil darstellt. Hier hat der Omega einen deutlichen Vorsprung vor Konkurrenten wie dem Raikiri II und dem DualSense Edge.
Die App unterstützt Echtzeit-Anpassungen, hat aber einen entscheidenden Nachteil: Sie ist nur für Smartphones verfügbar. Beim PC-Spielen ist es lästig, jedes Mal das Smartphone herausholen zu müssen, um den Controller anzupassen, anstatt einfach eine App auf dem PC zu öffnen. Eine Integration mit Corsairs neuer Web-App wäre hier wünschenswert gewesen.
Ein weiteres zentrales Softwareelement sind die fünf „G-Tasten“ an der Unterseite des Controllers. Auf dem PC lassen sie sich frei belegen. Auf der PlayStation 5 hingegen sind G2, G3 und G4 fest mit Hardwarefunktionen wie Stummschaltung, Lautstärkeregelung und Mikrofonsteuerung belegt, sodass nur G1 und G5 frei programmierbar sind.
Sobald Omega das virtuelle Schlachtfeld betritt, beweist es schnell seinen Wert. Von den insgesamt 28 Eingabemöglichkeiten sind 11 (die 4 Paddles auf der Rückseite, die 2 Seitentasten und die 5 G-Tasten) als zusätzliche, individuell anpassbare Eingaben definiert.
Die beiden Trigger (L2/R2) sind ein Kapitel für sich. Über einen Schieberegler lässt sich der Tastenhub anpassen – von vollem Hub für Rennspiele bis hin zu einem ultrakurzen Mausklick für Shooter. SCUF hat sie mit mechanischen Omron-Mikroschaltern ausgestattet, die ein unglaublich direktes, knackiges und präzises Feedback liefern, das stark an High-End-Gaming-Mäuse erinnert.
Die beiden Analogsticks nutzen modernste Hardware: die „Endurance TMR“-Technologie mit Magnetsensoren. Da keine physischen Potentiometer verschleißen können, ist das Problem des Stick-Drifts strukturell und dauerhaft gelöst.
Auf dem PC, wo ich hauptsächlich getestet habe, bietet die Omega eine schnelle Abtastrate von 1.000 Hz. Beeindruckenderweise gilt dies sowohl für die kabelgebundene Verbindung über USB-C als auch kabellos über den mitgelieferten 2,4-GHz-USB-A-Dongle. Die PS5 nutzt ebenfalls eine native 2,4-GHz-Verbindung, während Bluetooth mobilen Geräten (iOS und Android) vorbehalten ist. Während die Abtastrate von 1.000 Hz auf dem PC einen messbaren Vorteil bietet, ist der Effekt auf der PlayStation 5 durch die Architektur der Konsole begrenzt.
Ich habe den SCUF Omega einige Tage lang getestet und dabei hauptsächlich die neue Diablo IV-Erweiterung „Vessel of Hatred“ gespielt, aber auch Star Wars Jedi: Fallen Order und, ganz im Sinne des Controllers, ein bisschen Call of Duty.
Obwohl ich mich mit einem Controller in Ego-Shootern wie Call of Duty nicht ganz wohlfühle, haben mir alle drei Spiele mit dem SCUF Omega viel Spaß gemacht. Die vielen Anpassungsmöglichkeiten für die zusätzlichen Tasten sind ein nettes Extra, und die Freiheit ist am PC sogar noch größer, da man nicht auf Controller-Funktionen beschränkt ist, sondern PC-Funktionen, Tastenkombinationen und Makroeinstellungen für alle Tasten frei wählen kann.
Als nettes Extra funktioniert das Touchfeld an der Oberseite des Controllers auch einwandfrei als Maus unter Windows zur schnellen Navigation.
Die Akkulaufzeit wird mit 17 Stunden angegeben und hielt in unseren Tests auch bei längeren Sessions problemlos durch. Das ist ein solider Wert und besser als beim DualSense Edge, reicht aber nicht an die Laufzeit des ASUS ROG Raikiri II mit bis zu 50 Stunden heran. Der Akku lässt sich schnell über USB-C aufladen, und die Status-LED informiert Sie stets über den Ladestand.
Zum Zeitpunkt des Verfassens dieses Artikels ist der SCUF Omega online für knapp 1.800 Kronen erhältlich. Damit ist er der teuerste Controller, den wir bisher getestet haben, und übertrifft sogar vergleichbare Modelle wie den ROG Raikiri II, der für die Xbox entwickelt wurde.
Der SCUF Omega ist kein Allround-Controller, sondern ein präzises, leistungsstarkes Spezialwerkzeug. Mit 28 Eingabefeldern, austauschbaren TMR-Joysticks, mechanischen Omron-Schaltern und der Möglichkeit, echte 0%-Deadzones einzustellen, vereint er 15 Jahre E-Sport-Erfahrung in einem Gerät.
Die offensichtlichen „Schwächen“ – kein Rumble, kein haptisches Feedback und keine adaptiven Trigger – sind allesamt bewusste Designentscheidungen, um die Leistung im Spiel zu maximieren. Dass die G-Tasten auf der PS5 gesperrt sind und die App nur auf Mobilgeräten funktioniert, trübt das Gesamterlebnis etwas.
Unterm Strich ist aber klar: Der SCUF Omega ist der mit Abstand stärkste und leistungsstärkste Wettkampf-Controller für PlayStation 5 und PC, den man derzeit für Geld kaufen kann.
Der Preis von knapp €240 ist happig, und wenn Sie God of War oder Spider-Man mit vollem Eintauchen und zittrigen Händen spielen möchten, sollten Sie sich stattdessen den DualSense Edge ansehen und dabei gleichzeitig etwa €20 sparen.
Aber wenn du in Multiplayer-Shootern die Bestenlisten erklimmen willst, ist der SCUF Omega dein neuer bester Freund. Der SCUF Omega richtet sich ganz klar an FPS-Fans.
Am Ende erhalten wir die Endnote 9 und den Enthusiast Only Award für einen supercoolen und kompletten PS5/PC-Controller, der allerdings auf bestimmte Funktionen verzichtet, um sich voll und ganz dem FPS-Markt anzupassen.
Vorteile:
Nachteile :